Meine Erfahrungen und 7 Learnings aus einem Jahr Selbstständigkeit

In diesem Artikel berichte ich dir von meinen Erfahren und Learnings aus einem Jahr Selbstständigkeit.

Inhaltsangabe

Unglaublich, wie die Zeit vergeht! Irgendwie geht das gesamte Jahr 2021 wie im Flug vorbei. Doch als ich gestern auf das Datum schaute, bin ich aus allen Wolken gefallen: Nur noch ein Tag, dann bin ich offiziell seit einem Jahr selbstständig! Denn der 1. September 2020 ist das offizielle Gründungsdatum von getyourM. 

Diesen besonderen Anlass möchte ich nutzen, um dir von meiner Erfahrungen aus einem Jahr Selbstständigkeit zu erzählen. So viel sei bereits an dieser Stelle verraten: Es gab viele Höhen und Tiefen und vor allem viele viele Learnings.

Mein Start am 1. September 2020

Obwohl ich mich bis zu meiner Gründung im September 2020 monatelang auf die Selbstständigkeit vorbereitet hatte, muss ich im Nachgang sagen, dass ich nicht wirklich wusste, was da alles auf mich zukommen würde. 

Ich bin gestartet mit einer professionellen Website, die zwar gut, aber viel zu unpersönlich war. Ich hatte kein klares Angebot formuliert, sondern nur präsentiert, was ich alles kann. So nach dem Motto “Lieber Kunden das kann ich alles. Suche selbst raus, wobei ich dich unterstützen kann.” Zudem habe ich viel Zeit an Kleinigkeiten verschwendet. So habe ich beispielsweise manchmal 3 Stunden damit verbracht einen Instagram-Beitrag zu kreieren und zu veröffentlichen – Effizient und effektiv sieht anders aus, oder? 

Ich hatte kein großes Kapital und habe mich nicht getraut in nützliche Tools oder sinnvolle Weiterbildungen zu investieren. 

Mein größtes Problem damals: Ich hatte Angst zu verkaufen und habe mich dadurch selbst sabotiert. Ich war in Verkaufsgesprächen sehr unsicher und gab im Voraus direkt einen Rabatt, ohne dass die Interessenten danach gefragt hätten.

Alles in einem dachte ich zwar ich wäre vorbereitet, aber das war ich nicht. Aber ganz ehrlich: Ich glaube das ist man nie. In eine Selbstständigkeit muss man reinwachsen. Und so habe ich das auch im letzten Jahr gemacht. 

So ist das Jahr verlaufen

Das erste Jahr meiner Selbstständigkeit ist wie im Flug vergangen. Gefühlt habe ich nicht viel geschafft. Aber wenn ich mal überlege, was ich alles gelernt habe, dann habe ich einen enormen Sprung nach vorne gemacht. 

Hätte ich vor 3 Jahren gewusst, wie groß die Lernkurve in der Selbstständigkeit ist, dann hätte ich mich wahrscheinlich schon viel früher selbstständig gemacht. Denn letztendlich habe ich in dem letzten Jahr nur wenig von den Inhalten angewenden können, die ich im Studium gelernt oder in der Festanstellung im B2B-Marketing benötigt habe. Eine eigene Selbstständigkeit ist etwas ganz anderes. So musste ich im vergangenen Jahr erst einmal in viele Aufgaben reinwachsen. 

Das alleine Arbeiten zum Beispiel. Auch wenn ich zuvor schon einen Homeoffice-Tag in der Woche hatte, so ist es doch etwas ganz anderes, wenn man jeden Arbeitstag selbst planen muss. Wenn man theoretisch arbeiten kann, wann man will und sich Tag für Tag zuhause selbst motivieren und kontrollieren muss.

Anfangs fiel mir das leicht doch irgendwann hat sich der Alltagstrott eingeschlichen. Um dem entgegenzuwirken testete ich Produktivitäts-Methoden, Planungstools und Zeit-Tracking. Leider ohne großen Erfolg, weil sie nie so richtig für mich gepasst haben. Also habe ich mein eigenes System entwickelt, wie ich produktiv arbeiten kann. 

Was mich abgesehen von der Selbstdisziplin im Homeoffice im letzten Jahr immer wieder zurückgehalten hat, waren meine Selbstzweifel und Ängste. Unglaublich wie viele unterbewusste negative Glaubenssätze man über sich selbst haben kann?! So habe ich das letzte Jahr auch viel reflektiert und an mir selbst gearbeitet. Eins steht fest: Selbstständigkeit hat extrem viel mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Denn es gibt ständig Situationen in denen man über seinen eigenen Schatten springen muss – ob es die ersten Verkaufsgespräche sind, das erste Instagram-Live oder die klare Positionierung, durch die man auch mal aneckt.

Natürlich gab es im vergangenen Jahr auch viele Höhen und Tiefen. Und dreimal darfst du raten wann…Höhen gab es, wenn das Geld wie von alleine floss und Tiefen, wenn wochenlang mal gar keine Kundenanfrage rein kam. Auch damit musste ich erst lernen umzugehen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass einem genau dann manchmal die besten Ideen kommen, wenn es am schwierigsten wird. Denn genau dann muss man kreativ werden, neue Wege begehen und aus der Komfortzone heraustreten. 

Was mir immer wieder geholfen hat – egal ob ich Selbstzweifel, eine Blockade oder Ängste hatte – war mein Netzwerk. Gespräche mit Gleichgesinnten sind unglaublich kostbar und geben einem immer wieder neuen Mut. 

Der aktuelle Stand

Auch wenn ich viele meiner Anfangsideen nicht umgesetzt und die Ziele aus meinem Businessplan nicht erreicht habe, schaue ich auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Denn ich habe unglaublich viel gelernt und tolle Erfahrungen gesammelt. Ich lerne aus meinen Fehlern, bin persönlich gewachsen und kann jetzt mit neuen Erkenntnissen und mehr Klarheit weitermachen. 

Mein Motto für das nächste Businessjahr lautet: “Weniger zerdenken, mehr umsetzen!”

Ich möchte mich deutlich klarer positionieren, meinen eigenen Weg finden und weniger nach rechst und links schauen. Ich bin fest entschlossen meinen Fokus zu halten und all das umzusetzen, was ich in meinem Businessplan festgehalten habe. Allen voran meine Onlinekurse, die ich schon seit mehr als eineinhalb Jahren plane. Ich möchte mich nicht mehr von negativen Glaubenssätzen und shiny objects von meinen Zielen abbringen lassen, sondern genau das machen, wofür ich damals losgegangen bin: Ich möchte mein Know-How in den Bereichen Webdesign und Content Marketing dafür nutzen andere Selbstständige bei ihrem Online-Markenauftritt zu unterstützen, indem ich ihnen in digitalen Workshops und Onlinekursen zeige, worauf es ankommt, wie es geht und wie sie es selbst umsetzen können. 

Das vergangene Jahr bot mir Raum für Tests und meine Entwicklung. Doch jetzt ist es Zeit von der Erfahrung zu profitieren und all die Ideen und Strategie umzusetzen. 

Meine wichtigsten Learnings aus einem Jahr Selbstständigkeit

Deine Persönlichkeit ist unverzichtbar 

Am Anfang habe ich mich nicht getraut mich öffentlich zu zeigen und meine wahre Persönlichkeit in meine Kommunikation einzubringen. Ich dachte ich kann meine Persönlichkeit nur zeigen, wenn ich mich vor die Kamera stelle und Videos mache. Aber auch in deinen Texten, auf deiner Website, in Bildern, deinen Angeboten, die Art und Weise, wie du mit deinen Kunden agierst – In all diesen Punkt kannst du deine Persönlichkeit einbringen. Was ich im Laufe des Jahres auch immer mehr gemacht habe und zukünftig immer mehr machen werde. Heute bin ich davon überzeugt, dass die eigene Persönlichkeit und eine glasklare Positionierung das A und O sind, um Vertrauen aufzubauen und sich erfolgreich vom Wettbewerb abzuheben. 

Mein Tipp an dich: Zeig dich so wie du bist und positioniere dich authentisch mit deinen Werten, deiner Vision und deinen Lösungen individuell auf dem Markt.

Perfektion hindert dich nur

Kennst du das: Du hast eine mega Strategie entwickelt, machst dich an die Umsetzung, aber wirst einfach nicht fertig? Ich kenne das leider sehr gut und weiß, dass das an meinem Perfektionismus liegt. Früher dachte ich, dass Perfektionismus etwas gute ist, weil man eine hohe Qualität liefern will. Heute weiß ich, dass es nur eine Form der Prokrastination ist durch die ich Versagensängste rechtfertigen möchte. Also weg mit dem Perfektionismus und her mit der Umsetzung, denn Umsatz kommt von Umsetzen! 

Mein Tipp an dich: Versuche deine Perfektion abzulegen. “Better done that perfect” sollte auch dein Motto werden, wenn du dich genauso wie ich hinter deinem Perfektionismus versteckst. 

Konzentriere dich auf die wichtigen Aufgaben 

Was hab ich mich in diesem Jahr verzettelt in Aufgaben, die alle nicht wichtig waren? Wie bereits oben beschrieben, hatte ich ganz zu Beginn noch nicht einmal ein klares Angebot. Kein Wunder, dass das keiner gebucht hat. Denn Kunden buchen nur dann, wenn sie verstehen, was die Leistung ist und vor allem, welchen Benefit sie davon haben.  Stattdessen habe ich mich gerade am Anfang wochenlang mit den perfekten Farben, Schriftarten und Instagram-Designs beschäftigt. Ich habe 3 Stunden damit verbracht einen einzigen Instagram-Beitrag zu kreieren und wohl mehr BEschäftigungstherapie gemacht als wirklich produktiv zu arbeiten. 

Mein Tipp an dich: Ein klar definiertes Angebotspaket und ein regelmäßiger Cashflow sollten (vor allem zu Beginn) die wichtigsten Punkte auf deiner ToDo-Liste als Selbstständiger sein. Ein hübsches Branding, der perfekte Instagram-Auftritt oder ein umfangreiches Projektmanagement-System sind alles Dinge, um die du dich später auch noch kümmern kannst. Erstmal muss das Geld fließen. Das nimmt dir den Druck und lässt auch deine Kreativität fließen. 

Fokussiere dich und lass dich nicht ablenken

Ja, ich weiß. Es macht so viel Spaß bei Instagram durchzuscrollen und zu sehen, was die anderen machen. Aber mal ehrlich: Weder bringt dich das deinem Ziel näher noch tut es dir gut. Denn viele lassen sich von den perfekt scheinenden Online-Auftritten der Wettbewerber einschüchtern oder beirren. Das Ende vom Lied: Du verlierst unendlich viel Zeit und verlierst deinen Fokus, im schlimmsten Fall sogar deinen Mut. 

Zudem ist die Gefahr hoch, dass du bei dem Blick auf deine Mitbewerber immer wieder von shiny objects abgelenkt wirst und deine eigenen Ideen aus dem Fokus verlierst. Das kann dir auch passieren, wenn du dir zu viel Input in Form von Büchern, Weiterbildungen oder Podcasts holst. Weiterbildung ist gut (Ich liebe sie sogar!), aber du darfst dadurch nicht von einem Hype in den nächsten kommen und dich ablenken lassen. Konzentriere dich auf deine Themen. Nur so kommst du voran. 

Mein Tipp an dich: Lass dich nicht ablenken, sondern richte deinen Blick auf dich und deine Zielgruppe, anstatt auf deine Mitbewerber, den Markt und jedem neuen Trend. 

Stelle deine Zielgruppe und deren Bedürfnisse  in den Mittelpunkt 

Diese Philosophie ist für mich als Content Marketerin nichts neues. Denn im Content Marketing geht es immer darum, die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe in den Mittelpunkt zu stellen und die Zielgruppe mit passendem Content abzuholen. 

Aber erst in diesem Jahr ist mir so richtig bewusst geworden WIE WICHTIG das wirklich ist. 

Ein Beispiel: Mein Angebot “Deine Website in 3 Tagen” basiert zu 100 % auf den Problemen und Wünschen meiner Kunden. Kaum hatte ich meine Art des Webdesigns umgestellt von einer normalen Dienstleistung auf dieses Angebotspaket, kamen die Kundenanfragen. 

Mein Tipp an dich: Konzentriere dich primär nicht darauf, was du anbieten oder kommunizieren möchtest, sondern darauf, was deine Zielgruppe braucht und sich wünscht. Im Idealfall deckt sich beides. 

Ein Netzwerk aus Gleichgesinnten ist goldwert

Tausche dich mit anderen Gleichgesinnten aus. Es bringt dir nichts, wenn du deine Freunde, die alle in einer sicheren Festanstellung sind,fragst, wie du in der Selbstständigkeit agieren sollst. Finde andere Selbstständige, die ähnlich ticken wie du und mit denen du dich regelmäßig austauschen kannst. Sie werden deine Probleme und Herausforderungen verstehen. Sie können dir Tipps geben, dich motivieren und dir neuen Mut, wenn du mal nicht mehr weiterweißt. Ihr könnt untereinander von euren Erfahrungen profitieren und Kooperationen starten. Ich persönlich bin ein großer Freund von Mastermind-Gruppen in denen Selbstständige ihre Erfahrungen teilen. 

Mein Tipp an dich: Netzwerke! Und zwar nicht nur um zu verkaufen, sondern um dir ein wirkliches Netzwerk aus Gleichgesinnten aufzubauen, die sich gegenseitig unterstützen.  

Lerne Pausen zu machen und finde deine Routinen

Pausen und Routinen sind enorm wichtig um einen gesunden Arbeitsrhythmus zu entwickeln und deine Akkus regelmäßig aufzuladen. Auch wenn du anfangs so motiviert bist, dass du am liebsten 24/7 durcharbeiten möchtest. Ich rate dir davon ab. Du darfst lernen regelmäßig Pausen und zu einer normalen Zeit Feierabend zu machen. Ansonsten brennst du nach und nach aus. Das habe ich nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Selbstständigen beobachtet. Zudem finden wir in den Pausen die Ruhe, die wir benötigen, um kreative Ideen zu entwickeln und mit neuer Energie am nächsten Tag wieder durchzustarten. 

Mein Tipp an dich: Auch wenn du theoretisch arbeiten kannst, wann du willst, finde eine Regelmäßigkeit für dich und halte diese ein. Feste Arbeitszeiten und Routinen geben dir in deiner Freizeit den Raum zum Durchatmen und Abschalten. 

Mein Fazit aus einem Jahr Selbstständigkeit

Sich selbstständig zu machen ist definitiv eine der krassesten Formen der Persönlichkeitsentwicklung. Denn in der Selbstständigkeit musst du über dich hinaus wachsen, deine Ängste überwinden und immer wieder neue Wege finden. Du musst lernen, dich jeden Tag zu motivieren, deinen Fokus zu halten und auch dann weiterzumachen, wenn du eigentlich keine Lust mehr hast. Und Trotzdem musst du merken, wann es Zeit ist eine Pause zu machen, um deine Batterien wieder aufzuladen. Im Prinzip ist es ein Balanceakt. Und jeder muss erst einmal seine ideale Balance finden. 

Auch wenn ich meine großen Ziele von vor einem Jahr (noch) nicht erreicht habe, so habe ich in diesem Jahr extrem viel gelernt. Ich habe mich persönlich und fachlich weiterentwickelt und sehe mein Business nun deutlich klarer. 

Ich weiß, wo ich mich hinentwickeln möchte und nehme mir fest vor, mich nicht mehr von den vielen shiny objects ablenken zu lassen, sondern mich auf mich, meine Kunden und meine Pläne zu fokussieren. 

Abschließend möchte ich dir noch einen besonderen Rat mitgeben: Egal wie schwer es ist oder ob du deine Ziele verfehlt hast, lass dich nicht demotivieren und verliere NIEMALS dein großes Ziel aus den Augen – Das Ziel wofür du los gestartet bist!

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